17.06.2021

PANASONIC LUMIX S PRO 24-70 mm f/2.8

Schwergewicht und Immerdrauf – Panasonic hat mit den ersten Linsen für den L-Mount gigantische Ergebnisse geliefert. Doch das 24-70 mm will, trotz Pro im Namen, nicht richtig überzeugen – was am L-Wettbewerb liegt.

Eine der wohl häufigsten Fragen in Foren und Social-Media-Gruppen ist die nach einer Empfehlung eines „Immerdrauf“-Objektivs. Markenunabhängig fallen die Ratschläge für Vollformat-Kameras häufig auf ein 24-70 mm f/2.8, da hier ein Brennweitenbereich abgedeckt wird, der in den meisten Fällen bei Porträt- und Landschaftsaufnahmen genügt.

Die lichtstarke Blende ist ebenso ein schlagkräftiges Argument.

Gilt dies auch für die Panasonic-Linse?

Ausstattung

PANASONIC LUMIX S PRO
Panasonic Lumix S Pro 24-70mm f2,8

Ein Blick auf das Datenblatt des Panasonic Lumix S PRO 24-70 mm f/2.8 zeigt schnell, dass die hochwertige Optik auch ein entsprechendes Gewicht von fast einem Kilo mitbringt.

Dies mag für viele schon ein Punkt zur Disqualifikation sein. Doch auch der Preis um die 2.000 Euro ist für das Spritzwasser- und Staubgeschützte Objektiv deutlich höher als bei vergleichbaren Linsen. Für das Panasonic Lumix S PRO 24-70 mm f/2.8 spricht hingegen eine makellose und robuste Verarbeitung, leichtgängige Einstellringe sowie ein beeindruckend schneller Autofokus.

Die hochwertig vergütete LeicaOptik verfügt über 18 Linsenelementen in 16 Gruppen. Die Offenblende von f/2.8 ist durchgängig bei allen Brennweiten und lässt einen schönen Bokeh-Effekt erzielen. Dank elf Lamellen ist die Blendenöffnung praktisch kreisrund.

Das doppelte Fokus-System mit einer Kombination aus Linear sowie einem Schrittmotor sorgen für einen schnellen und präzisen Autofokus auch unter kritischen Lichtbedingungen.

Die intelligente AutofokusSteuerung verhindert bei Videoaufnahmen das gefürchtete Fokus Breathing oder auch Fokuspumpen genannt.

Weiterhin verfügt das Objektiv über einen „Focus-Clutch“-Mechanismus, der die Einstellung des Fokusrings zwischen zwei Positionen erlaubt, einmal mit und einmal ohne Fokusentfernungsangaben. Dies ermöglicht schnelle AF-/MF-Wechsel und sorgt für eine intuitive Bedienbarkeit

Bildqualität

So viel zu der Theorie. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass das Objektiv nicht hält, was es auf dem Blatt verspricht. Die optische Leistung ist nicht auf dem in der Preisklasse angemessenen Level, besonders im Offenblenden-Bereich.

Diese Schwächen werden auch beim Abblenden nicht signifikant besser. „Im besten Fall schöpft es die theoretisch mögliche Auflösung der Testkamera Lumix S1R mittig zu etwa 90 Prozent aus. Dafür müssen Fotografen etwas abblenden und mit f/4.0 bis f/8.0 arbeiten.

Die Randbereiche bleiben etwa zehn bis 15 Prozent hinter der Bildmitte zurück und nähern sich auch mit Abblenden nicht mehr deutlich an“, schreibt Heise.de. Einen eigenen Bildstabilisator hat das Panasonic nicht an Bord, der ist aber meist in der Kamera verbaut.  

Das sagen die Kollegen …

Panasonics Standardzoom will ebenso ein Werkzeug sein wie die Lumix-S-Kameras selbst und liefert entsprechend eine grundsolide Leistung ab. Die Verarbeitung ist auf hohem Niveau, Staub- und Spritzwasserschutz geben Sicherheit auch bei widrigen Wetterbedingungen und die Haptik ist tadellos. Negativ fällt der hohe Preis auf.

Heise Online

Dieses PRO-Objektiv ist eine Weiterentwicklung des Standardzooms S 24-105 mm f/4 von Panasonic und hat eine größere Blende von f/2,8, verfügt jedoch nicht über eine optische Stabilisierung und stützt sich stattdessen auf die 5-Achsen-In-Body-Stabilisierung der Kameras der S1-Serie. Im Vergleich mit diesen Gehäusen ist es ein großes, klobiges Objektiv, aber sehr gut gebaut. Die Bildqualität ist jedoch nicht besser als die des konkurrierenden Sigma-24-70mmDG-DN-Art-Objektivs, das nur die Hälfte kostet. (Matthew Richards)

DigitalCameraWorld

2.500 Euro kostet das lichtstarke Standardzoom, doch bei 70 mm sind Auflösung und Kontrast zu niedrig. Der AF arbeitet erneut beeindruckend schnell und treffsicher, doch die optische Leistung liegt durchgängig nicht auf dem erwarteten Niveau und bei 70 mm deutlich drunter. Natürlich liegt die Messlatte durch die bisher gemessenen Festbrennweiten hoch, aber eine Empfehlung können wir nicht geben.

ColorFoto

Das PhotoWeekly-Urteil

Das hat uns gefallen: Dank zuverlässig schnellem Autofokus-System, dem Brennweitenbereich von 24-70 mm und der durchgehenden Lichtstärke bietet das Panasonic Lumix S PRO 24-70 mm f/2.8 alle Grundvoraussetzungen eines „Immerdraufs“.

Hier besteht Nachbesserungsbedarf: In Verbindung mit einer leichten, spiegellosen Kamera ist das Objektiv echt schwer. Der Preis ist vergleichsweise hoch. Dazu deutliche Verluste der Bildqualität bei Offenblende zu den Bildrändern hin, auch abgeblendet nur mittelmäßige Werte. Für den halben Preis gibt es ein Sigma mit den gleichen Werten und in gleicher Qualität.

Über den Autor:

Diese Artikel wurde uns freundlicherweise vom Magazin photo weekly, Heft 27/2020 zur Verfügung gestellt.

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